Concerto pour Vibraphone
Uraufführung am 26. Juni 2011 durch das Blasorchester des Konservatoriums (CRR) Straßburg
unter der Leitung von Miguel Etchegoncelay mit Rémy Schwartz am Vibraphon
im Konservatorium Straßburg.
Das Werk ist Emmanuel Séjourné gewidmet.
Instrumentation :
1 Kl. Fl. - 2 Fl. - 2 Ob. - 1 Englh. - 2 Fg. - 1 E Kl. - 3 B Kl. - 1 Ba. Kl. -
2 A. Sax. - 2 T. Sax. - 1 B. Sax. -
4 H. - 3 Trp. Bb - 3 Pos. - 1 B. Pos. - 2 Euph. - 1 Tuba - Kb.
1 Hfe. - 1 Pauk. - 5 Schlag.
verl. Alfonce Production - dauer ca 25 Minuten
Das Konzert für Vibraphon ist das erste groß angelegte Orchesterwerk des Komponisten Jordan Gudefin.
Auf den ersten Blick wirkt das Werk einfach aufgebaut: Ein Motiv aus drei Tönen dient als roter Faden, der sich durch alle Sätze zieht. Tatsächlich ist seine Konstruktion jedoch wesentlich komplexer und verbindet verschiedene musikalische Welten miteinander: die klassische Musik, die Filmmusik – mit einer harmonischen Farbigkeit, die stellenweise an Bernard Herrmann und seine Partitur zu Vertigo erinnert – sowie den Jazz.
Der erste Satz ist weit angelegt und von ausgesprochen symphonischem Charakter. Er stellt das Hauptthema vor, das aus einem Streichquartett des Komponisten hervorgegangen ist, und präsentiert zugleich eines der grundlegenden harmonischen Prinzipien des Werkes: ein Pendeln zwischen c-Moll und g-Moll. Eine Einleitungsformel, die erst in der Coda des Konzerts wiederkehrt, führt anschließend den Solisten am Vibraphon ein.
Das Hauptthema wird zunächst den Holzbläsern anvertraut und mündet schließlich in das berühmte Dreitonmotiv – H, A, As –, der eigentlichen Keimzelle des Werkes. Hier bewegt sich das harmonische Pendel zwischen C-Dur und f-Moll. Obwohl es leicht verschoben erscheint, bleibt seine Verwandtschaft mit dem Beginn des Konzerts deutlich erkennbar.
Der Satz entwickelt sich allmählich zu einem großen Crescendo, das in eine äußerst virtuose Kadenz für den Solisten führt, bevor das Orchester diesen ersten Teil beschließt, stets geprägt von der Wiederkehr des Dreitonmotivs.
An dieser Stelle schlägt das Konzert eine andere Richtung ein und öffnet sich der Welt des Jazz. Gleichzeitig enthält es eine deutliche Hommage an John Adams und dessen Short Ride in a Fast Machine. Am Ende dieses Satzes erhält der Solist sogar die Möglichkeit zu improvisieren. Dies erscheint besonders passend für ein Instrument, dessen Klangfarbe eng mit der Geschichte des Jazz verbunden ist und das in diesem Bereich über ein reiches Repertoire verfügt.
Auch dieser Satz besitzt ein eigenes Thema, das in einem stark von der kleinen Trommel geprägten Abschnitt von den Euphonien vorgestellt wird: C – G – C – D – Es – D – C.
Das Finale ist besonders eindrucksvoll. Es beginnt mit einem Choral, der die Elemente des Dreitonmotivs aufgreift, entwickelt sich weiter und fasst sämtliche Themen und musikalischen Gedanken des Konzerts zusammen. Der Solist kehrt schließlich mit der Formel zurück, die das Werk eröffnet hatte, bevor eine letzte orchestrale Explosion den Schlusspunkt setzt.