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Cinq grandes Miniatures

Instrumentation :

1 Vlc. - 1 Fg. 

1

verl. Alfonce Production  - dauer ca 15' 30

Die fünf großen Miniaturen sind teils sarkastische, teils düstere Stücke, die eine große Bandbreite an Emotionen entfalten, ganz im Geiste Saties, mit widersprüchlichen Tempoangaben und einer Prise Humor, die hier jedoch stets einen bissigen und verstörenden Beigeschmack behält.

Der erste Satz, Intrada, ist eine Parodie auf die großen Fanfaren-Eröffnungen und ihren stets pathetischen, kriegerischen Charakter, der so weit von der mörderischen Realität bewaffneter Konflikte entfernt ist.

Der zweite Satz, Romanza, ist keineswegs eine Romanze, sondern vielmehr der Ausdruck eines tiefen Schmerzes über die Unmöglichkeit der Romanze selbst – ein Gefühl, das wir alle kennen und das hier von einem starken Empfinden der Isolation geprägt ist.

 

Der dritte Satz, Toccata, stellt sich gegen die ursprüngliche Tradition dieser Musikform, die dem Interpreten gewöhnlich große Freiheiten lässt. Hier hingegen ist alles als ein einziger, geschlossener rhythmischer Block konzipiert, ohne Unterbrechung und mit dem Zwang, unaufhörlich vorwärtszugehen, ohne Kontemplation und ohne Freiheit.

Der vierte Satz, Canzon, bringt den Wunsch zum Ausdruck, singen zu können, die eigene Freiheit und die Sehnsucht nach Befreiung hinausschreien zu können. Dieser Satz ist bald nostalgisch, bald träumerisch, doch die Traurigkeit ist niemals weit entfernt.

Schließlich ist der letzte Satz, Finale, ein „Nicht-Finale“ – insofern, als er nicht versucht, die Motive weiterzuentwickeln, sondern vielmehr in einer Kreisbewegung verharrt, als wäre die Suche nach einer Vollendung, nach einem Finale im Sinne Beethovens oder Mahlers, ein künstlerischer Gedanke, der weit von der Realität des Lebens entfernt ist, in der der Mensch unablässig nach Sinn und Orientierung sucht.

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